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Paulusgemeinde Nürnberg

Über uns

Die Evangelisch-methodistische Kirche

Wer oder Was sind wir? Wo kommen wir her?


Wenn die Menschen nicht mehr zur Kirche kommen, ... dann muss die Kirche zu den Menschen gehen.

Unter diesem Motto entstand im geistlich ausgetrockneten England des 18. Jahrhunderts um den anglikanischen Geistlichen John Wesley eine Erweckungsbewegung deren Anhänger wegen ihres methodischen Vorgehens den Spottnamen Methodisten erhielten. Da die anglikanische Amtskirche diese junge Bewegung nicht integrieren wollte, entstand ungewollt eine eigene Kirche. Zunächst in England die wesleyanischen Methodisten und in Amerika die bischöflichen Methodisten.

Ab 1832 fassten wesleyanische Methodisten, von England kommend, Fuß in Württemberg.
Ab 1850 kamen bischöfliche Methodisten aus den USA, als nach Deutschland zurückgekehrte Auswanderer, in Bremen hinzu.
Es begann eine gezielte Missionsarbeit, die sich bald auch nach Bayern ausweitete.

Bild Jahr 1875 Seit Jahresbeginn veranstalteten zwei Prediger der wesleyanischen Methodisten in Bayern und auch in Nürnberg Vortragsabende. Unterstützt wurden sie dabei ab Sommer 1876 von einem Bibelkolporteur1).
1) Kolporteure waren Hausierer, die mit kleinen Bauchläden durchs Land zogen und auf schlechtem, billigem Papier gedruckte Schriften vertrieben. Manchmal lasen sie auch daraus vor. Für die ländliche Bevölkerungsschicht des 18. und 19. Jahrhunderts waren sie damit die wichtigsten Literaturlieferanten und Nachrichtenüberbringer, denn kaum ein Bauer besaß eigene Bücher oder hatte Zugang zu Leihbibliotheken.
Die Kolportage war im 19. Jahrhundert ein bedeutendes Instrument christlicher Mission. Bibeln, religiöse Traktate, gedruckte Predigtsammlungen und andere christliche Literatur wurden so bis in die entlegensten Gegenden gebracht. Bei solchen Reisen hielten die Kolporteure auch Hausgottesdienste und Bibelstunden ab. Nicht selten wurden sie dabei das Opfer staatlicher und staatskirchlicher Repression. Geld- und Gefängnisstrafen waren die Regel. Viele freikirchliche Gemeinden verdanken ihre Entstehung der Kolportage. Zu den bekanntesten Verlagen, die im freikirchlichen Bereich mit Kolporteuren arbeiteten, gehörte der heute noch existierende Oncken Verlag der Baptisten.
Bild Jahr 1876 Zum Jahresende erhält der Prediger Johann Jakob Sommer von der wesleyanischen Methodistengemeinschaft eine Dienstzuweisung nach Nürnberg.
Bild Jahr 1877 Am 14. Februar gründet J. J. Sommer mit sieben Personen im Fembohaus eine erste Gemeinde.
Die Anfänge sind mühsam und schwierig, Beten, Singen und Kollekte einsammeln waren nicht zulässig, denn in Bayern existierte damals ein Gesetz welches außerhalb der Staatskirche alle Gottesdienste verbot. Deshalb findet das Gemeindeleben zunächst in Form von Vortragsversammlungen in gemieteten Wirtshaussälen statt.
Bild Jahr 1880 Es gibt bereits vier Predigtplätze: Nbg.-Altstadt, Nbg.-Gostenhof, Fürth und Hersbruck.
Bild Jahr 1885 Am 18. Mai wird die Gemeindearbeit erleichtert, denn die Methodisten in Bayern erhielten das Recht einer Privat-Kirchengesellschaft. Trotzdem machen Hass, Unverstand und Tätlichkeiten bis hin zu lebensbedrohenden Angriffen den Predigern und Gemeinden noch immer das Leben schwer.
Im Herbst gibt es von Nürnberg aus bereits 13 feste Predigtplätze in Mittel- und Oberfranken.
Heute sind diese aufgeteilt in die Bezirke Nürnberg-Paulus mit Hersbruck, Fürth-Erlangen, Hof-Stammbach und Bayreuth.
Bild Jahr 1889 Am 4. Februar beginnt Prediger Jakob Ekert mit den Schwestern Luise Schneider und Elise Heidner die Diakonie von Martha-Maria.
Am 23. Juli Grundsteinlegung zum ersten eigenen Gemeindehaus, der Pauluskapelle, in der Nürnberger Kohlengasse 11.
Am 12. September Gründung des »Martha-Maria-Vereins für allgemeine Krankenpflege zu Nürnberg, anerkannter Verein« auf Anregung des Gemeindeglieds Elise Heidner, aus dem sich das Diakoniewerk Martha-Maria, u. a. mit seinem Krankenhaus in Nürnberg, entwickelte. Der Vorsitzende des Vereins war Prediger Jakob Ekert.
Bild Jahr 1890 Am 9. Februar Einweihung der Pauluskapelle, dem ersten methodistischen Gotteshaus in Bayern unter Prediger Jakob Ekert. Bild # Unsere Pauluskapelle in der Kohlengasse 11 Bild # Die Kohlengasse
zwischen Kornmarkt und Färberstraße
im Zuge der vorletzten Stadtbefestigung Bild # Die Kohlengasse im Januar 1945 Bild # Die Kohlengasse im Juni 1945
Da nach 1945 von der Bebauung Kohlengasse nichts mehr übrig war, nutzte man die Gelegenheit und weitete die Strecke Mauthalle–Jakobsplatz zu einem Boulevard mit Blick auf die Elisabethkirche auf.
Die Kohlengasse und die im Westen anschließende Nadlersgasse gingen darin auf und heißen heute Dr.-Kurt-Schumacher-Straße Bild # Friedenskapelle in der Gugelstraße 141/143 Bild # Die Evangeliumskapelle (Notkirche)
in der Gugelstraße 141/143 Bild # Unser Gemeindezentrum Gugelstraße 141/143
bei der Grundsteinlegung Bild # Unser Gemeindezentrum Gugelstraße 141/143
heute
Bild Jahr 1892 Prediger Johann Franz Mühleder, ein Sohn der Gemeinde, ist der erste Missionar, den die Methodisten in Deutschland aussenden.
Bild Jahr 1893 Der Martha-Maria-Verein erwirbt sein erstes Grundstück in der Sulzbacher Straße 79.
Bild Jahr 1894 Im November wird unser Posaunenchor gegründet, der durch sein froh machendes Spiel einen Nürnberger sogar vom Suizid abhielt.
Bild Jahr 1897 Vereinigung der Wesleyanischen mit der bis dahin getrennt arbeitenden Bischöflichen Methodistenkirche. Die Bischöfliche Methodistenkirche hatte in Nürnberg etwa zeitgleich mit den Wesleyanern die, noch heute als Bezirk eigenständige, Zionsgemeinde gegründet.
Bild Jahr 1898 Am 16. Februar Beginn einer eigenen Klinikarbeit in Martha-Maria in der Sulzbacher Straße 79.
Bild Jahr 1905 Am 29. Dezember wird in Nürnberg ein Komitee der Evangelischen Allianz gebildet, zu dessen 1. Vorsitzenden Pastor Jakob Ekert gewählt wurde.
Bild Jahr 1921 Die Paulusgemeinde erwirbt die, im Volksmund „Leichenhäusle“ genannte Gaststätte in der Gugelstraße 141, die in der Folgezeit in ein Gotteshaus, die »Friedenskapelle« umgestaltet wurde.
Bild Jahr 1922 Das Wohnhaus Leopoldstraße 17 mit Wirtssaal kommt in den Besitz der Paulusgemeinde.
Bild Jahr 1926 Am 19. September Einweihung einer, durch ein Gemeindeglied erbauten Kapelle in Pommelsbrunn.
Errichtung einer Holzkapelle in Almoshof.
Beginn einer Arbeit in Herrnhütte.
Bild Jahr 1930 Einweihung einer Holzkapelle in Herrnhütte.
Bild Jahr 1932 Das Anwesen Hersbruck, Turngasse 175, in dem seit 1921 Versammlungen der Methodisten stattfinden, geht per Vermächtnis in den Besitz der Methodistenkirche über.
Bild Jahr 1933 Die missionarische Arbeit in der Südstadt entwickelt sich gut und soll intensiviert werden. Deshalb tritt man die Almoshofer Kapelle an die benachbarte Zionsgemeinde ab.
Bild Jahr 1940 Am 11. Februar wird in der größeren Marthakirche das 50-jährige Bestehen der Pauluskapelle gefeiert.
Bild Jahr 1945 Beim Luftangriff am 2. Januar auf Nürnberg wurde die Pauluskapelle schwer beschädigt, bei einem der letzten Luftangriffe brannte sie dann vollends aus. Zurück blieben nur die Umfassungsmauern und das Schriftwort auf beiden Seiten der Kanzel: »Fürchte dich nicht – glaube nur«.
Fünf von sechs methodistischen Versammlungsräumen im Stadtgebiet waren unbrauchbar. Zerstört waren neben der Pauluskapelle auch das Mutterhaus Martha-Maria, Herrnhütte und die Friedenskapelle sowie die Zionskirche. Übrig geblieben war der Saal in der Leopoldstraße.
Bild Jahr 1947 In den ersten Monaten des Jahres wird in der Gugelstraße 141/143 auf dem Grundstück der zerstörten Friedenskapelle eine hölzerne Notkirche errichtet. Sie erhält den Namen »Evangeliumskapelle«.
Bild Jahr 1953 Am 18. Mai wird die Notkirche auf das Ruinengrundstück Habichtsstr. 7 umgesetzt. Am freigewordenen Platz wird mit dem Neubau eines Kirchen- und Gemeindehauses mit Wohnungen u. a. für Pastoren und Gemeindeschwestern begonnen.
Ein Neubau in der Kohlengasse war nicht mehr möglich, denn die Kohlengasse ist von der Stadtkarte verschwunden.
Bild Jahr 1954 Am 31. Januar Einweihung der neuen Pauluskapelle. Mit 500 Besuchern war die Kirche überfüllt. Die 700 Besucher am Nachmittag konnte sie gar nicht mehr fassen.
Bild Jahr 1966 Neugestaltung des Kirchenraumes und Einbau einer Orgel.
Bild Jahr 1968 Vereinigung der Methodistenkirche mit der Evangelischen Gemeinschaft zur Evangelisch-methodistischen Kirche.
Bild Jahr 1969 Am 14. September wird der Großteil der Evangelischen Gemeinschaft aus der Humboldtstraße 81 in die Paulusgemeinde übernommen.
Das Anwesen Humboldtstraße wird von nun an von der Paulusgemeinde mitverwaltet.
Bild Jahr 1970 Einbau der neuen Kirchenfenster in der Pauluskapelle.
Bild Jahr 1972 Kauf und Ausbau eines Freizeitzentrums in Müncherlbach gemeinsam mit dem Nachbarbezirk Zionsgemeinde.
Bild Jahr 1983 Verkauf des Anwesens Leopoldstraße und Erweiterung des Kirchen- u. Gemeindehauses in der Gugelstraße 141/143.
Bild Jahr 1992 Einweihung des neuen Gemeindezentrums »Christusgemeinde« in Hersbruck Obermühlweg 25.
Bild Jahr 1997 Trödel und Tee, ein besonderer Flohmarkt wird ins Leben gerufen.
Bild Jahr 2002 125 Jahre Paulusgemeinde
Bild Jahr 2006 Im Herbst Beginn einer offenen Kinder- und Jugendarbeit »Kinder- u. Jugendtreff Süd e.V.« parallel zu den kirchlichen Gruppen.
Bild Jahr 2008 Beginn einer offenen Hausaufgabenbetreuung.
Bild Jahr 2014 120 Jahre Posaunenchor Paulusgemeinde.
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