Paulusgemeinde Nürnberg
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Gemeinde: Wir haben Jesus



Gemeinde - Wir haben Jesus

Bibeltext: "…im Namen Jesu Christi von Nazareth steh auf und geh umher."
Apostelgeschichte 3, 1 – 10.

Einleitung.
Stanley Jones, ein amerikanischer Indienmissionar im letzen Jahrhundert war auf einem Religionsgespräch mit Vertretern der verschiedenen Religionen. Dabei wurde er eingehend befragt, was das Christentum besseres habe als ihre Religion. Dabei ging es um die Fragen von Recht und Gerechtigkeit, um Tiefenerkenntnisse der menschlichen Seele und Moral, um Gotteserkenntnis und Weisheit und viele andere Zusammenhänge des menschlichen Lebens in Zeit und Ewigkeit.
auf jede Frage gab Stanley Jones stereotyp die gleiche Antwort: "Wir haben Jesus!" Damit hatte er die Mitte des Evangeliums, das Zentrum des christlichen Lebens gekennzeichnet; denn im Christsein geht es zutiefst nicht um eine Lehre, sondern um die Lebensgemeinschaft mit Jesus Christus, dem gekreuzigten, auferstandenen und wiederkommenden Herrn, der gesagt hat: "Ich bin der Erste und der Letzte und der Lebendige. Ich war tot und siehe, ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit und habe die Schlüssel der Hölle und des Todes."
Offenbarung des Johannes Kapitel 1, Vers 18

Zwei Jünger Jesu, Petrus und Johannes, auf dem Weg zum Gebet.
So lesen wir in der Textgeschichte: "Petrus und Johannes gingen hinauf in den Tempel um die neunte Stunde, zur Gebetszeit". Ihr Sinnen und Denken war auf den lebendigen Gott, auf Anbetung, Bitte, Gebet und Fürbitte ausgerichtet.

Eine überraschende Störung.
Sie wurden angesprochen von einem, von Geburt an, gelähmten Mann, der an der Tempelpforte saß und um ein Almosen bat. Ihre Gedanken waren auf Gott und den Himmel gerichtet und nun wurden sie konkret auf die Not und das Elend eines Menschen an ihrem Weg gestoßen. Sollten sie nicht schnell vorüber gehen, um den Gottesdienst im Tempel nicht zu versäumen? Der Mönchsvater Benedikt von Nursia hat es seinen Jüngern eingeschärft: "Dem Gottesdienst darf nichts vorgezogen werden!" Petrus und Johannes aber erinnern sich, wie ihr Meister sich der Armen und Kranken, Elenden und Gebrechlichen am Wege angenommen hat, und vor wenigen Tagen, vor seiner Himmelfahrt, sagte er ihnen: "Ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen, der auf euch kommen wird, und werdet meine Zeugen sein."

So lesen wir weiter:
"Petrus aber blickte den Gelähmten an mit Johannes". Nicht oberflächlich, sondern intensiv, indem er den Kranken aufforderte: "sieh uns an!" Eine direkte Beziehung soll aufgebaut werden mit der Frage, was der eine vom anderen erwartet und was jeder dem anderen geben kann.
Weiter ist beachtenswert, dass es heißt: "Petrus aber blickte ihn an mit Johannes". Das unterstreicht die Einheit der beiden Jünger, die gemeinsam handeln, wenn auch Petrus der ist, der spricht und handelt. Steht da nicht das Wort Jesu im Hintergrund: "Wahrlich, ich sage euch: Wenn zwei unter euch eins werden auf Erden, worum sie bitten wollen, so soll es Ihnen widerfahren von meinem Vater im Himmel." War das wohl auch der Hintergrund, warum Jesus seine Jünger immer zu zweit ausgesandt hat?

"Silber und Gold habe ich nicht."
Das ist das erste, was Petrus zu sagen hat, und damit ist er, menschlich gesehen, uninteressant für den Menschen in seiner Not, der nichts anderes erwartet als eine Hilfe für seinen Lebensunterhalt. Doch in seiner Aussendungsrede an die Jünger sagt ihnen Jesus: " Ihr sollte nichts mitnehmen auf den Weg als allein einen Stab, kein Brot, keine Tasche, kein Geld im Beutel." Was sie den Menschen bringen sollen ist die Botschaft: "Das Himmelreich ist nahe herbeigekommen, tut Buße und glaubt an das Evangelium!"

So sagt Petrus im Ganzen: "Silber und Gold habe ich nicht, aber was ich habe, das gebe ich dir: Im Namen Jesu Christi von Nazareth steh auf und geh umher!"
Und nun ergreift Petrus den Gelähmten bei der rechten Hand und richtet ihn auf. Sogleich wurden seine Füße und Knöchel fest, er sprang umher und lobte Gott.

Als Petrus und Johannes sich wenig später vor dem Hohen Rat verantworten müssen, fasst Petrus das ganze Geschehen zusammen mit den Worten: "Ihr Oberen und ihr Ältesten, so euch und dem ganzen Volk Israel kund getan: "Im Namen Jesu Christi von Nazareth, den ihr gekreuzigt habt, den Gott von den Toten auferweckt hat; durch ihn steht dieser hier gesund vor euch. Das ist der Stein, den die Bauleute verworfen, der zum Eckstein geworden ist. Und in keinem anderen ist Heil, auch keine anderer Name unter dem Himmel den Menschen gegeben, durch den sie sollen gerettet werden."

So ist mit dem Wort: "Im Namen Jesu Christi von Nazareth, steh auf und wandle!" die entscheidende Hilfe für den Gelähmten. Im Glauben an Jesus wird ihm ein neues Leben ermöglicht.

"Wir haben Jesus!"
dieses Wort steht über der ganzen Betrachtung. Und es wird für die, die von ganzem Herzen an ihn glauben zur selbst prüfenden Frage, was das für uns an Kraftwirkungen auslöst. Denn das letzte Wort Jesu gilt doch auch heute noch: "Ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen und werdet meine Zeugen sein." Der Vorwurf des Philosophen Nietzsche trifft uns doch immer wieder: "Die Christen müssten erlöster aussehen, wenn ich an ihren Erlöser glauben sollte." Doch es geht nicht so sehr um das Aussehen, als um das erlöste Leben.

Johannes Riedinger, 2007, Paulusgemeinde Nürnberg



Gemeinde: Begegnungen mit Jesus



Gemeinde Begegnungen

Jesus will uns begegnen.
Begegnungen sind unglaublich wichtig. Menschsein ohne Begegnung ist nicht möglich. Wir sind auf Begegnungen angewiesen. Gott hat uns Menschen als Wesen geschaffen, die auf Beziehungen und Begegnungen ausgelegt sind.
Ohne Beziehungen, ohne Begegnungen können wir nicht leben. Begegnungen können uns öffnen, uns fördern, uns helfen. Aber genauso können Begegnungen auch hemmen, lähmen und verletzen. Jede Begegnung ist ein Wagnis. Jedesmal wenn wir uns jemandem öffnen und mitteilen gehen wir das Risiko ein, dass wir auch verletzt werden können. Und dennoch ist es für das Leben unumgänglich, dass wir uns immer wieder auf neue Begegnungen einlassen.
In den Evangelien finden wir viele Begegnungserzählungen. Sie berichten wie Jesus anderen Menschen begegnet - und das auf unterschiedlichste Weise. Ich möchte anhand von drei Geschichten über Begegnungen Jesu mit anderen Menschen mit ihnen nachdenken. Die drei Erzählungen haben unterschiedliche Schwerpunkte:
1. Eine Begegnung die verändert (Lukas 19,1-10)
2. Eine anstößige Begegnung (Lukas 7,36-50)
3. Eine Begegnung, die neue Perspektiven schafft (Lukas 24,13-35)

1. Eine Begegnung die verändert.
Wir kennen sie wahrscheinlich alle: die Geschichte von Zachäus dem Zöllner. Er betrieb den Zollplatz Jericho und hatte gute Einnahmen, da er sich die Durchreise meist hoch bezahlen ließ. Dieser Mann will Jesus sehen. So steigt er auf einen Baum und kann Jesus so beobachten. Da kommt Jesus auf ihn zu, geht zum Baum und spricht ihn an: „Steig schnell vom Baum herunter, ich will heute dein Gast sein.“ Welche Überraschung! Völlig unerwartet kommt Jesus auf den Menschen zu, der für viele ein Ärgernis ist, weil sie sich von ihm betrogen fühlen. Und genau diesen Menschen spricht Jesus an und macht auf diese Weise eine ungewöhnliche Begegnung möglich.
Zachäus ist hocherfreut und lässt sich auf die unerwartete Begegnung ein. In dieser Geschichte wird nicht davon erzählt, dass Jesus Zachäus ins Gewissen redet oder Umkehr predigt. Jesus kehrt einfach bei Zachäus ein und begegnet ihm offen, ohne Vorurteile und mit Liebe. Das verändert Zachäus und von sich aus will er die Hälfte seines Vermögens Armen geben und wo er unrecht getan hat will er das vierfache zurückzahlen.
Jesus begegnet hier bewusst jemandem, der in seinem Umfeld nicht geliebt wurde. Er kehrt nicht bei jemandem ein, der sowieso neben ihm steht oder ihm nachfolgte. Er lässt den Spott der Leute auch über sich ergehen, nur um diesem einen zu begegnen. Ich kann den Ärger der Leute um Jesus verstehen. Er leitet die Zollstelle und macht krumme Geschäfte. Und warum geht dann Jesus gerade zu ihm?
Im Urteilen bin ich - sind wir oft schnell. Da bekommen wir Informationen über andere und denken: na, ob das die richtige Entscheidung war?! Oder: Das wäre aber doch vermeidbar gewesen, oder?! Und so wie ich dann leicht über andere urteile, so sprechen die anderen dann wahrscheinlich über mich und wissen es wieder besser.
Aus diesem Grunde geht Jesus zu Zachäus. Er lässt sich nicht von den Vorurteilen und Beurteilungen der anderen leiten. Er macht echte Begegnung möglich, wo bisher keine möglich war. Und so will Jesus auch uns heute begegnen: ohne die Vorurteile die andere gegen uns haben, ohne die Vorurteile die wir mitbringen. Er geht auch auf uns zu. Die Begegnung mit Jesus kann sich auswirken. Wir sind von ihm angenommen und können verändert mit unserem Umfeld umgehen – wie auch Zachäus es erlebte. Er gestand sich ein, dass er im Umgang mit anderen Fehler machte. Er wollte daran etwas ändern.
Jesus schenkt auch uns in der Begegnung mit ihm den Mut und die Kraft etwas zu verändern.

2. Eine anstößige Begegnung
Jesus wird eingeladen von dem Pharisäer Simon in seinem Hause zu speisen. Und da geschieht die unerwartete Begegnung. Hier ist es nicht Jesus der die Begegnung fordert, sondern er ist der, der sie zulässt. Eine Frau, nicht mit Namen genannt, aber wohl eine stadtbekannte Prostituierte, taucht auf. Sie spricht nicht, aber sie benetzt mit Tränen Jesu Füße und trocknet sie mit ihren Haaren ab und salbt sie mit Öl. Kaum zu glauben, aber in dem Haus des Pharisäers Simon lässt sich Jesus von einer Prostituierten salben. Ihr Verhalten war anstößig: einem fremden Mann die Füße zu salben – das geht nicht! Und dann noch diese zu küssen – nein das gehört sich nicht! Und auch Jesus verhält sich hier ungehörig: Er ist in einem fremden Haus, bei einem Pharisäer, und lässt das ungehörige Verhalten der Frau geschehen.
Aber Jesus sieht nur die Frau – nicht ihr ungehöriges Verhalten, sondern ihre Tränen, ihre Not und ihre Sehnsucht nach Anerkennung und wahrer Liebe. Diese Begegnung ist unerhört! Und doch zeigt sie wieder, dass Jesus sich auf die Menschen mit ihrer Geschichte und ihren Fehlern einlässt und dadurch Veränderung möglich macht. Jesus vergibt dieser unverschämten Frau ihre Sünden und sagt ihr sie solle in Frieden gehen, weil ihr Glaube ihr geholfen hat.
Jesus überwindet in dieser Begegnung Grenzen, dadurch wird diese einzigartige Begegnung möglich. Durch diese Grenzüberwindung wird Umkehr möglich und Jesus vermittelt eine neue Sichtweise und bewegt zum Umdenken.
Jesus zeigt uns durch die Begegnung mit der Frau: Wir können uns Jesus in unserem Versagen anvertrauen, ihm unser Herz ausschütten. Er begegnet uns mit seinem weiten Herz, auch wenn das für andere womöglich unverschämt oder anstößig aussehen mag. Jesus hört nicht auf die anderen, sondern spricht jedem von uns zu: Dir ist vergeben! Das setzt uns auf den Weg in die Zukunft. Unsere Beziehungen werden lebendig, Jesus macht den Weg zu Gott frei, Gottes Kraft kann in unseren Beziehungen wirken, Frieden schaffen, Liebe ermöglichen.

3. Eine Begegnung die neue Perspektiven schafft
Die Jünger sind nach Jesu Tod enttäuscht und traurig. Haben sie doch ihre ganze Hoffnung auf Jesus gesetzt und nun ist alles dahin. Sie haben die Auferstehung noch nicht begriffen. Die beiden Jünger wandern von Jerusalem nach Emmaus. Sie reden miteinander über ihre Enttäuschung und Trauer. So kann sich Jesus, der Auferstandene, als unerkannter Wanderer in das Gespräch einklinken. In ihrer Trauer, ihrer Hoffnungslosigkeit erkennen die Jünger nicht, wer da mit ihnen geht, dass es Jesus ist, der mit ihnen spricht.
Viele von uns kennen das: wenn wir hoffnungslos und traurig sind, dann wird unser Blick getrübt und wir erkennen nicht, wie uns Jesus genau in der scheinbaren Ausweglosigkeit begegnen will. Wie die Jünger werden wir in solchen Situationen davonlaufen wollen. Aber wir sind nicht allein auf diesem Weg.
Jesus geht unerkannt mit den Jüngern mit und legt ihnen die Schrift aus. Unerkannt gibt er den Jüngern neue Perpektiven. Er zeigt ihnen, dass Jesu Tod nicht das Ende war. Er zeigt ihnen, dass die Hoffnungslosigkeit nicht bleiben muss, sondern vergehen kann.
Die Jünger erkennen Jesus erst am Ende. Sie genießen bis dahin die Anwesenheit des vermeintlich fremden Mannes und bitten ihn bei der Ankunft in Emmaus bei ihnen zu bleiben. Und als seien sie aus der Perspektivlosigkeit und Hoffnungslosigkeit erwacht, wird ihnen beim Brot brechen plötzlich offenbar: „Das ist Jesus der uns begleitet hat.“ In diesem Moment der Erkenntnis verschwindet Jesus. Aber im Nachhinein wird es den Jüngern klar: ja er hat uns ermutigt, er hat uns aus unserer Dunkelheit heraus geholt. Sie gehen ermutigt und bekräftigt nach Jerusalem zurück, um die anderen Jünger zu suchen und ihnen zu berichten.
Jesus lehrt uns unsere Enttäuschungen zu überwinden und wieder Hoffnung zu schöpfen.
Drei konkrete Begegnungen Jesu haben wir betrachtet:
Es sind Begegnungen, die Menschen verändert haben.
Begegnungen, die anstößig sind.
Begegnungen die neue Perspektiven schaffen.
Und alle zeigen uns: Jesus will uns begegnen und ermutigen einander und anderen zu begegnen.
Diese drei Begegnungen zeigen uns wie facettenreich und unterschiedlich Begegnungen sein können. Jesus engt uns da nicht ein. Er ist bereit uns in jeder Lebenslage zu begegnen und ermutigt uns damit auch unseren Mitmenschen in jeder Lage zu begegnen.
Erinnern wir uns an die Gedanken vom Anfang: Jede Begegnung ist ein Wagnis. Aber ohne Begegnungen können wir nicht leben. Begegnungen können erfreuen und enttäuschen, uns weiterbringen und frustrieren. Aber eines ist sicher: es wird kaum eine Begegnung geben, die nicht etwas mit uns macht. Die Erzählungen der Begegnungen Jesu zeigen eine Tiefe, die auch wir in Begegnungen mit ihm und miteinander erfahren können: Begegnung verändert. Begegnung schafft neue Perspektiven. Begegnung verwundert. Begegnung führt in lebendiges Leben.

Damaris Hecker, 2007, Paulusgemeinde Nürnberg



Gemeinde: Jesus in der Gegenwart



Gemeinde Gegenwart

Zunächst ein Bibeltext:

Zu der Zeit fing Jesus an und sprach: Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, weil du dies den Weisen und Klugen verborgen hast und hast es den Unmündigen offenbart. Ja, Vater; denn so hat es dir wohlgefallen. Alles ist mir übergeben von meinem Vater; und niemand kennt den Sohn als nur der Vater; und niemand kennt den Vater als nur der Sohn und wem es der Sohn offenbaren will.
Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken. Nehmt auf euch mein Joch und lernt von mir; denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen. Denn mein Joch ist sanft, und meine Last ist leicht.

Evangelium nach Matthäus 11, Verse 25 - 30

1. Die Orientierung an Jesu.
Es mag vielleicht allzu selbstverständlich klingen, dass sich eine Gemeinde an Jesus orientiert.
Aber das ist grundlegend und wichtig.
Eben weil eine Gemeinde etwas anderes ist als ein Verein, wo die gemeinsamen Interessen verbinden. Oder als ein Unternehmen, das verkaufen will.
Eine Gemeinde steht auf dem Grund, den Jesus Christus bildet. Und orientiert sich an ihm.
Gerade in diesen Bibelversen tritt uns Jesus mit ausgebreiteten Armen entgegen. Wird uns ein Bild von Jesus gemalt, das ihn als Orientierungsperson zeigt.
Er ist es, der den Kontakt zu Gott ermöglicht. Den Weg zum Vater zeigt. Noch mehr, der die-sen Weg darstellt und verkörpert.

2. Jesu Einladung oder für wen ist eine Gemeinde da?
Kommt her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid, ich will euch erquicken.
Es steckt die Frage drin: Für wen ist eine Gemeinde da und was passiert in ihr?
Da klingt zuerst keine Abgrenzung durch, sondern eine unbedingte Einladung. Jesus lädt in seine Gemeinde nicht die besonderen Menschen ein. Nicht die, die würdig sind. Die etwas vorzuweisen haben. Sondern gerade die, die mühselig und beladen sind. Die Menschen, die Lasten mit sich herumtragen. Die Menschen, die nicht gut funktionieren. Die Menschen, die etwas drückt. Das zeigt sich ja auch im Leben Jesu. Er ging zu Kranken hin. Zu Menschen, die nicht dazu gehörten. Zu Sündern, zu anderen, zu denen die Menschen keinen Kontakt mehr wollten. Genau zu denen. Ihnen gilt zuerst die Einladung Jesu.
Es gibt Gemeindekonzepte, die sich an ganz anderen Menschen orientieren. An Menschen, die gut verdienen. Die leistungsfähig sind. Die erfolgreich im Beruf sind.
Es ist ja auch gut, wenn solche Menschen zu Jesus finden. Nur als Gemeindekonzept gibt es da ein Reihe von Fragen.
Bei Jesus finde ich einen anderen Akzent. Er richtet sich genau an die, die sonst unter die Räder kommen. Die sonst keine Beachtung finden.

Gemeinde, offen für Menschen,
die sonst keinen Platz haben. Die lästig sind. Oder unter die Räder kommen. Und Gemeinde kann dann der Ort sein kann, an dem eine wirklich umfassende Erquickung stattfindet.
Damit Menschen spüren können: Hier zählen nicht die Maßstäbe, die die Gesellschaft sonst anlegt. Hier zählt nicht der Maßstab der Leistungsfähigkeit. Und nicht der Maßstab der gesellschaftlichen Wichtigkeit. Hier zählt einzig und allein der einzelne Mensch. Der ist Gott wichtig. Und zwar ohne Unterschiede. Und der einzelne Mensch kann erfahren: Hier bin ich angenommen. Hier kann ich mit meinem Leben, mit meinen Freuden und mit meiner Last kommen. Da muss ich nicht erst was darstellen. Da reicht es erst mal, wenn die da bin. Wenn mir die offenen Arme Jesu begegnen und ich Menschen begegne, die eben das leben, die offenen Arme Jesu.

Gemeinde als Raum der Veränderung.
Und noch ein weiteres steckt darin. Wenn Menschen mit ihrem ganzen Leben kommen, wenn Menschen Erquickung erfahren, dann verändert sich was Grundlegendes in einem Leben. Gemeinde ist damit auch der Raum, in dem Veränderung erfahren und gelebt wird. Es muss niemand so bleiben wie er oder sie ist. Es wird niemand auf ein bestimmtes Bild festgelegt. Menschen können und dürfen sich ändern, weil sie in die heilsame Nähe Gottes gekommen sind.

3. Lernt von mir,
fordert Jesus auf. Eine Gemeinde ist eine Lerngemeinschaft, weil sie sich an Jesus orientiert. Mit ihm und gemeinsam das Leben zu bewältigen sucht.
Jesus fordert sehr bewusst auf, von ihm zu lernen. Von seiner Art und von seinem Leben.
Da schließt sich der Kreis wieder zum ersten Punkt. In Jesus, der die Orientierung für eine Gemeinde bietet.
Von ihm lernen, sich an ihm orientieren, eine Gemeinde des Aufatmens und der Veränderung sein und werden, das ist der Wunsch, die Hoffnung, das Ziel.
Das lässt sich nicht so einfach als Programm umsetzen. Damit ist nicht schon klar, was wir morgen oder übermorgen tun sollen.
Da ist viel mehr Orientierung am Wort. Zielorientierung! Und in Bewegung setzen. Es ist zu wünschen, dass uns Jesus selbst in Bewegung setzt – zu ihm hin und zu Menschen hin. Dass er uns so ergreift, dass wir von ihm geprägt sind.
Und unsere Gemeinschaft ebenso.

Ulrich F. Ziegler, 2006, Paulusgemeinde Nürnberg



Gemeinde: Jesus in der Zukunft



Gemeinde Zukunft

Dann wird das Himmelreich gleichen zehn Jungfrauen, die ihre Lampen nahmen und gingen hinaus, dem Bräutigam entgegen. Aber fünf von ihnen waren töricht, und fünf waren klug. Die törichten nahmen ihre Lampen, aber sie nahmen kein Öl mit. Die klugen aber nahmen Öl mit in ihren Gefäßen, samt ihren Lampen. Als nun der Bräutigam lange ausblieb, wurden sie alle schläfrig und schliefen ein. Um Mitternacht aber erhob sich lautes Rufen: Siehe, der Bräutigam kommt! Geht hinaus, ihm entgegen! Da standen diese Jungfrauen alle auf und machten ihre Lampen fertig. Die törichten aber sprachen zu den klugen: Gebt uns von eurem Öl, denn unsre Lampen verlöschen. Da antworteten die klugen und sprachen: Nein, sonst würde es für uns und euch nicht genug sein; geht aber zum Kaufmann und kauft für euch selbst. Und als sie hingingen zu kaufen, kam der Bräutigam; und die bereit waren, gingen mit ihm hinein zur Hochzeit, und die Tür wurde verschlossen. Später kamen auch die andern Jungfrauen und sprachen: Herr, Herr, tu uns auf! Er antwortete aber und sprach: Wahrlich, ich sage euch: Ich kenne euch nicht. Darum wachet! Denn ihr wißt weder Tag noch Stunde.

Evangelium nach Matthäus, Kapitel 25, 1 - 13


 

impressum
gemeinde.htm / 10.07.2007
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