Paulusgemeinde Nürnberg
Evangelisch-methodistische Kirche
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Gemeindebrief online - November / Dezember 2005

Und Maria gebar ihren ersten Sohn und wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe; denn sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge.
(Lukas 2,7)

Vor vielen Jahren erlebte ich ein besonderes Weihnachtsspiel in meiner Gemeinde. Die Kinder des Kindergottesdienstes hatten wie jedes Jahr dieses Spiel vorbereitet. In der Kindergruppe gab es den neunjährigen Christof. Erstmals durfte er in diesem Jahr eine etwas gewichtigere Rolle übernehmen, denn bisher war er immer nur ein mitlaufender Hirtenjunge gewesen. Und nach manchem hin und her, entschied die Spielleiterin, dass er die Rolle des Wirtes übernehmen dürfe. Der Wirt musste nicht allzu viel sagen und hatte nur einen kurzen Auftritt. Christof war ein stiller und ruhiger Zeitgenosse. Er drängte sich nie nach vorne, war stets hilfsbereit und musste oft zurückstecken, wenn die anderen Kinder sich nach vorne drängten.
Wie jedes Jahr galt die Aufmerksamkeit der bis auf den letzten Platz gefüllten Kirche dem Auftritt von Maria und Josef. Doch dann kam die Szene, in der Maria und Josef vor der Herberge beim Wirt anklopften. "Was wollt ihr?" rief der Wirt. "Wir suchen eine Herberge. Wir haben eine weite Reise hinter uns.", antwortete Josef. "Es ist kein Platz in der Herberge!", antwortete der Wirt. "Maria, meine Frau ist schwanger und wird ein Kind gebären. Wir haben keinen Platz, wo wir es hinlegen können", erwiderte Josef. Erstmals trat eine Stille ein. "Nein, geht weiter!", flüsterte die Spielleiterin Christof ins Ohr. "Nein, geht weiter", sagte Christof kaum vernehmlich zu Maria und Josef. Und während Josef seinen Arm um Maria legte und sich umdrehte, blieb Christof in der Tür seines Wirtshauses stehen. Sein Mund stand offen und seine Augen füllten sich mit Tränen.
Plötzlich wurde dieses Weihnachtsspiel anders als alle anderen bisher. "Bleibt hier!", rief Christof. "Bring Maria zurück!" Und Christofs Gesicht verwandelte sich schlagartig. "Ihr könnt mein eigenes Zimmer haben!"
Einige in der Gemeinde lächelten abfällig über die unplanmäßige Wandlung in der Geschichte. Aber noch heute ist mir und vielen anderen dieses Spiel nicht aus dem Gedächtnis gegangen. Die Weihnachtsgeschichte und der Sinn von Weihnachten - dass Jesus in unserem Herz einen Platz finden möchte - verbindet sich mit diesem Erlebnis in wunderbarer Weise.
Ihr/Euer Markus Ebinger

AUS KIRCHE UND GEMEINDE

Jungscharzeltlager

Vom 3.-7. August hat sich das Paulaner Jungscharteam mit 17 Teilnehmern durch das Jahr gefeiert. Wir hatten jeden Tag ein neues Fest, ob es nun Weihnachten, Ostern oder Geburtstag war. Besonders lustig war es, mitten im Sommer einen Weihnachtsbaum zu schmücken oder alle zusammen ein Geburtstagsständchen zu singen.
Ein Höhepunkt in unserem Zeltlager war die Tageswanderung. Die Kinder waren nach einem langen Berganstieg sooo erschöpft, dass sie in der langersehnten Pause erst einmal ausgiebig Bannemann spielen mussten und keine Zeit mehr hatten, sich auszuruhen.
Als Abschluss hatten wir am Sonntag einen Gottesdienst zum Thema "Schiff des Lebens". Hier sollte den Kindern verdeutlicht werden, dass wir wie ein kleines Schiff sind und durchs Leben fahren. Wenn aber Jesus nicht unser Wind ist, dann fahren wir falsch und es kann sehr viel schief gehen...
Am letzten Abend feierten wir ein Abschlussfest, zu dem jedes Kind einen Beitrag geben konnte. Jan und Cornelius haben uns ein Gedicht vorgetragen:

Das Zeltlagergedicht

Am Mittwoch war die Osterfeier,
wir suchten nach Punkten wie nach Eier.
Am Donnerstag war das Geburtstagsfest
und an diesem Tag war auch der Gruseltest.
Am Freitag war Weihnachten,
auch in dieser Nacht ham sich die Überfäller hergetraut.
Der Überfall war gut,
da hatten alle Mut.
Heute ist Silvester dran,
wir wir fangen mit der Party an.
Ein besonderes Dankeschön geht an unser spitzen Küchenteam Ellen und Simi.
Mirjam Wegenast.


Jungscharfreizeit

Mitte Oktober machte sich eine große Jungschargruppe mit 20 Kindern und 6 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auf den Weg in das Freizeithaus des Emk-Bezirkes Naila in Untersteinbach. Schon die Zugfahrt dorthin mit dreimaligem Umsteigen war ein richtiges Abenteuer. Im Mittelpunkt standen Geschichten des Apostels Paulus auf seinen Missionsreisen durch Kleinasien und Europa. Weil die Purpur-händlerin Lydia aus Philippi in einer Geschichte vorkam, färb-ten wir weiße T-Shirts mit Mustern aus Knoten und Wachs bunt ein. Der unvergesslich-spannendste Teil war wie immer das Geländespiel.
Nicht zuletzt das schöne Wetter an diesem Wochenende bescherte uns viel Bewegung und ruhige Nächte. Am Sonntag bei der Heimfahrt mit dem Zug herrschte Abschiedsstimmung. Alle waren sich einig: "Es war ein tolles Wochenende mit vielen schönen Erlebnissen."

WIR BLICKEN NACH VORNE

AREF auf Sendung

Auf UKW 92,9 können Sie an folgenden Tagen unser AREF-Team hören (immer sonntags zwischen 10 und 12 Uhr): 18.12. und 26.12.
An allen anderen Sonn- und Feiertagen ist AREF natürlich ebenfalls auf Sendung!


Gottesdienste zu Weihnachten und Silvester

4. Advent: Sonntag, 18. Dezember 2005
Paulusgemeinde 9.30 Uhr - Familiengottesdienst

Heilig Abend: Samstag, 24. Dezember 2005
Herrnhütte 15.30 Uhr - Christvesper
Pommelsbrunn 15.45 Uhr - Christvesper
Hersbruck 17.00 Uhr - Familiengottesdienst
Paulusgemeinde 17.00 Uhr - Christvesper

1. Weihnachtsfeiertag: Sonntag, 25. Dezember 2005
Paulusgemeinde 9.30 Uhr - Weihnachtsfestgottesdienst
Hersbruck 10.00 Uhr - Weihnachtsfestgottesdienst

Silvester: Samstag, 31. Dezember 2005
Herrnhütte 15.30 Uhr - Jahresschlussgottesdienst mit Abendmahl
Pommelsbrunn 16.00 Uhr - Jahresschlussgottesdienst mit Abendmahl
Paulusgemeinde 17.00 Uhr - Jahresschlussgottesdienst mit Abendmahl
Hersbruck 17.30 Uhr - Jahresschlussgottesdienst mit Abendmahl

Neujahr: Sonntag, 01. Januar 2006
Hersbruck 15.30 Uhr - Gottesdienst zum Jahresanfang mit Kaffee und Kuchen
In der Paulusgemeinde wird kein Gottesdienst sein. Wir laden ein zum ökumenischen Gottesdienst in die Frauenkirche (siehe den Regionalteil).

Gottesdienst an Neujahr in Hersbruck 2006:
Dieses Jahr fällt der erste Tag des Jahres auf einen Sonntag. Da dürfte es schwer fallen, am Morgen um 10.00 Uhr in Hersbruck in den Gottesdienst zu gehen. Deshalb haben wir die Idee aufgegriffen, am Nachmittag einen Gottesdienst der anderen Art mit Kaffee und Kuchen zu feiern. Beginnen werden wir um 15.30 Uhr. Neben gottes-dienstlichen Teilen soll die Gemeinschaft nicht zu kurz kommen. Auch Kinder sind herzlich eingeladen. Wer Ideen und Anregungen hat, darf sie gerne an Markus Ebinger weitergeben.


Besuch in Pivnice / Serbien

Über den Jahreswechsel begibt sich der Jugendkreis aus der Paulusgemeinde auf große Fahrt. Am 29. Dezember werden sich 9 Personen unter Leitung von Pastorin Anette Obergfell auf den Weg machen, um Pastor Michal Hrcan und seine Familie in Pivnice sowie die dortige EmK-Gemeinde zu besuchen. Für den 5-tägigen Aufenthalt in Serbien sind verschiedene Begegnungen mit den Jugendlichen aus der Pivnicer Gemeinde geplant: die Feier ins neue Jahr, gemeinsame Gottesdienste und Ausflüge. Übernachten wird die Gruppe in den Gemeinderäumen bzw. den Räumen des vor gut einem Jahr eröffneten Kindergartens, der zur Gemeinde gehört und von Anett Grüber-Hrcan geleitet wird. Wie schon beim letzten Mal vor etwa 2 ½ Jahren verspricht auch diese Reise wieder voller neuer Erfahrungen und Abenteuer zu werden.


Allianzgebetswoche Hersbruck

Die Allianzgebetswoche 2006 wird wieder mit einem gemeinsamen Gottesdienst der beteiligten Gemeinden beginnen. Wir treffen uns dazu am 8. Januar in der Stadtkirche oder in der Mühlstraße (EfG). Der Ort steht noch nicht ganz sicher fest und wird rechtzeitig auf dem Einlade-Flyer bekannt gegeben. Thema der Gebetswoche werden die "Ich-bin-Worte" Jesu aus dem Johannesevangelium und der Offenbarung sein.
Die Gebetsabende finden jeweils um 20.00 Uhr an folgenden Orten statt:
Montag, 9. Januar Landes-kirchliche Gemeinschaft (Pastor Markus
Ebinger, EmK)
Dienstag, 10. Januar Schulzentrum Happurger Str. (Martin Pflaumer)
Mittwoch, 11. Januar Stadthaus am Schloßplatz (Pfarrer Reinhold Pfindel, Ev. Lutherische Kirche)
Donnerstag, 12. Januar Evangelisch freikirchliche Gemeinde (Arthur Meneikis, LKG)


Die Fußball-WM 2006 in Hersbruck

Die Kontakte in der Nachbarschaft unseres Gemeindezentrums in Hersbruck haben einen interessanten Plan für eine Aktion zur Fußball WM im Juni/Juli 2006 entstehen lassen. Am 1. Advent wollen wir nach dem Gottesdienst das Projekt vorstellen und der Gemeinde die Möglichkeit geben, zu den Plänen Stellung zu nehmen, bzw. sich für das Projekt zu interessieren. Von dieser "Gemeindeversammlung" wird es abhängen, ob wir das Projekt anpacken können oder nicht.
Gedacht ist an ein Zelt auf dem Jakobsplatz (15x15m) vor dem Gasthaus Michelmühle. Wir sorgen für die Bildrechte und die Werbung über die Aktion kick-off 2006 der Evangelischen Kirchen und Freikirchen. Die Stadtkirche ist an einer Zusammenarbeit interessiert und wird mit einigen interessierten Mitarbeitern dabei sein. Neben Spielübertragungen wird es bei "deutschen" Spielen und ab dem Achtelfinale Kurzimpulse geben. Ein Büchertisch ist möglich. Auch unser Gemeindefest oder den einen oder anderen Gottesdienst können wir im Zelt feiern. Die Michelmühle übernimmt die Gast-ronomie. Die Gespräche mit der Stadt werden bis zum 1. Advent zu einem Ergebnis gekommen sein.
Markus Ebinger


Ein Aufruf des Bischofsrats der Evangelisch-methodistischen Kirche

Als Nachfolger und Nachfolgerinnen Jesus Christi, der Friedensstifter gesegnete Kinder Gottes nannte, rufen wir die Evangelisch-methodistische Kirche auf, sich mit uns in Buße zu verbinden und sich erneuert Christi Herrschaft des Erbarmen, der Gerechtigkeit, der Versöhnung, und des Friedens zu verpflichten.
Als gewählte und gesegnete Bischöfe und Bischöfinnen der Kirche bereuen
wir unsere Mitschuld an der, wie wir glauben, ungerechten und unmo-ralischen
Invasion und Besetzung des Irak.
Angesichts der Hast der US-Administration in Richtung militärischer
Aktionen, die auf irreführenden Informationen beruhten, waren zu viele von
uns still.
Wir bekennen, dass wir uns hauptsächlich mit institutioneller Qualitätssteigerung und engen Tagesordnungen beschäftigen, während amerikanische Männer und Frauen in den Irak geschickt werden, um zu töten und getötet zu werden; während Tausende irakische Men-schen grundlos leiden und sterben; während Armut wächst und vermeidbare Krankheiten unbehandelt bleiben.
Obwohl wir die Opfer der Männer und Frauen anerkennen, die im Militär dienen, bekennen wir unseren Verrat an der biblischen und prophetischen Autorität, die Völker darauf hinzuweisen, dass wahre Sicherheit nicht in den Waffen des Krieges liegt, sondern darin, es den Armen, den Verletzlichen und Benachteiligten zu ermöglichen, als geliebte Söhne und Töchter Gottes zu wachsen.

Wir bekennen unser Versäumnis, Menschen in die Nachfolge Christi zu rufen und eine Gemeinschaft zu sein, die all jene willkommen heißt und liebt, für die Christus gestorben ist.
Wir sind uns bewusst, dass der Buße angemessene Früchte folgen sollen und
verpflichten uns deshalb persönlich und als Bischöfe und Bischöfinnen:

- Täglich zu beten für das Ende von Krieg im allgemeinen und speziell im Irak, für die, die wegen des Krieges leiden, speziell für die Soldaten und ihre Familien, für das irakische Volk in seinem Bemü-hen, eine gangbare Form von Regierung zu finden, und für die Regierenden in den USA, dass sie umkehren hin zu Wahrheit, Menschlichkeit und einer Politik des Friedens durch Gerechtigkeit.
- Die prophetische Autorität wiederzugewinnen, die Völker, Einzelne und Gemeinschaften dazu aufruft, treu im Licht der neuen Schöpfung Gottes zu leben, wo alle Menschen sich ihrer Identität als geliebte Kinder Gottes bewusst sind, wo das Recht strömt wie Wasser und Gerechtigkeit wie ein nie versiegender Bach, wo Grenzen entfernt werden und die ganze Schöpfung geheilt, versöhnt und erneuert ist.
- Uns selbst zu verpflichten, Friedenstiften zu einem wesentlichen Bestandteil unserer persönlichen christlichen Nachfolge zu machen, das bedeutet, durch Rat und aktives Tun den Frieden zu fördern: persönliche, institutionelle und die Regierung betreffende Prioritäten setzen, die Arme und Verletzliche schützen; das Ende der Vorurteile gegenüber Menschen anderen Glaubens und anderer Kulturen mit ges-talten; Differenzen und Konflikten mit Gnade, Menschlichkeit, Dialogbereitschaft und Respekt
begegnen, ohne so vorsichtig zu sein, dass wir unsere moralische Autorität
verlieren.
Wir rufen alle Methodisten dazu auf, sich unserem Streben nach Frieden durch Gerechtigkeit, wie es in der Heiligen Schrift offenbart und in Jesus Christus verkörpert ist, anzuschliessen.
- Lasst uns über die Vorsicht hinausgehen, die verwurzelt ist im Selbstschutz und die moralische Autorität wiederentdecken, die verankert ist in der Verbindung zu Jesus Christus, dem Friedefürsten.
- Lasst uns mutig dagegen eintreten, wenn Regierungskräfte kriegerische Lösungen anbieten, die der Botschaft des Evangeliums von der selbstlosen Liebe widersprechen.
- Lasst uns mit Erbarmen die Schmerzen der Kinder Gottes teilen, die unter den Verwüstungen des Krieges leiden, und die auf Grund von falsch gesetzten Prioritäten und fehlgeleiteter öffentlicher Politik in Armut leben.
- Lasst uns in einer Welt der Trennung für die Einheit arbeiten, damit alle Menschen erfahren können, dass einer zum andern gehört, denn „Gott war in Christus und versöhnte die Welt mit sich selber und rechnete ihnen ihre Sünden nicht zu und hat unter uns aufgerichtet das Wort von der Versöhnung" (2. Kor 5,19)."

Bischofsrat der Evangelisch-methodistischen Kirche, unterzeichnet von 95 Bischöfinnen und Bischöfen, November 2005

Herzliche Grüße und Gottes Segen
Ihre Ulrich Ziegler, Markus Ebinger und Anette Obergfell.


 

Impressum
brf_0511.htm / 31.12.2005
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