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Evangelisch-methodistische Kirche Bezirk Nürnberg - Paulusgemeinde Gemeindebrief online - September 2005 |
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Vertrau ihm, Volk Gottes,
zu jeder Zeit! Schüttet euer Herz vor ihm aus! Denn Gott ist unsere
Zuflucht.
(Psalm 62, 9)
Kontrastreich schildert dieser Psalm verschiedene Vertrauensweisen. Menschen setzen z.B. auf ihren Reichtum. Wenn ich genug habe, wenn ich dafür zahlen kann, dann ist doch mein Leben fest gegründet. Oder: Ich vertraue auf meine Fähigkeiten oder auf mein Glück oder meinen Einfluss. Das gab es damals. Das gibt es immer noch. Unterschiedliche Weisen, sein Leben zu gründen, zu sichern, zu schützen. Das eigene Grundvertrauen zu leben. Zum Vertrauen auf Gott lädt der Monatsspruch ein. Nicht nur einzelne Menschen, sondern ein ganzes Volk. Das ganze Volk Gottes. War das mal so, dass ein ganzes Volk Gott vertraut hat? Ihm das Herz ausschüttete, seine Zuflucht bei ihm suchte? Ich glaube nicht, dass früher einmal so viel besser war. Und der ganze Psalm 62 spricht auch eine andere Sprache. Weil es damals eben nicht so viel anders war als heute, ruft der alte Beter zum Vertrauen auf. Er appelliert an sein Volk, die Nähe Gottes zu suchen, bei ihm und eben nicht bei jemandem oder etwas anderem die Zuflucht der das eigene Leben zu finden. Vertrauen und das Herz ausschütten können, das sind Angelegenheiten, die in einer freundschaftlichen und engen Beziehung passieren können. Das mache ich nicht jedem x-beliebigem Menschen gegenüber. Zu einer freundschaftlichen und engen Beziehung zu Gott lädt damit der Psalmbeter ein. Zu einem guten Freund, der einen nicht in die Pfanne haut, wenn ich mein Herz ausschütte und der mein Vertrauen nicht missbrauchen will. Diese Einladung gebe ich gerne weiter. Das anstehende Erntedankfest könnte so eine Gelegenheit sein, dankend und neu vertrauend sich auf Gott zu zu bewegen. Oder die Sonntage am Ende des Kirchenjahres, wo es um den Tod, Verstorbene und das ewige Leben geht. Also um eine fundamentale Frage des Vertrauens. Ich wünsche Ihnen den Mut und das Zutrauen, bei Gott Ihre Mitte und Ihren Grund zu finden Ihr Uli Ziegler AUS KIRCHE UND GEMEINDE Offene Kinder- und Jugendarbeit in der Paulusgemeinde Seit dem 15. September wagen wir in der Paulusgemeinde das Experiment einer erweiterten offenen Kinder- und Jugendarbeit für Kinder und Jugendliche unserer unmittelbaren Umgebung. Zur Erinnerung: Seit letztem Jahr kommt eine Gruppe von bis zu 20 Jugendliche aus der Nachbarschaft in unsere Jugend- und auch Erwachsenenveranstaltungen. Eine Reaktion unsererseits auf dieses eigentlich erfreuliche Interesse war die Gründung eines offenen Ju-gendtreffs, um dem speziellen Milieu gerechter werden zu können. Zudem besuchen seit längerem etwa 20 Kinder der Nachbarschaft die Jungschar. Auch hier sind Reaktionen nötig, um diesen Kindern (und auch den "gemeindeeigenen" gerechter werden zu können. Mit der Sozialpädagogin Michaela Gall, die aus der Baptistengemeinde stammt, konnten wir eine engagierte Mitarbeiterin anstellen. Sie betreut an drei Tagen in der Woche (montags und mittwochs ein Angebot für Jugendliche, donnerstags parallel zur Jungschar ein Angebot für Kinder) für jeweils zwei Stun-den unseren neuen Kinder- und Jugendtreff. Um diese Arbeit besser tragen und gestalten zu können, haben wir zwischenzeitlich einen eigenen Trägerverein "Kinder- und Jugendtreff Süd e.V." ins Leben gerufen. Natürlich gibt es noch offene Fragen: Wie wird dieses Angebot von den Kindern und Jugendlichen angenommen? Wie wird künftig die Verbindung zu unserer Gemeindekinder- und jugendarbeit aussehen? Wie bekommen wir das alles finanziert? (Für dieses Jahr steht die Finanzierung. Wie es aber nächstes Jahr weiter geht, ist noch offen.) Wir sind besonders auf Ihre Gebete und Ihre Begleitung ange-wiesen. Darum bitten wir Sie herzlich! Uli Ziegler Erntedank Diesem Gemeindebrief liegt ein Spendenkuvert für das Erntedankopfer bei. Es ist ein alter und guter Brauch, an einer Stelle im Jahr auch finanziell den eigenen Dank gegenüber Gott zum Ausdruck zu bringen! Für Ihre Gaben danken wir im Voraus sehr herzlich! Start des Teeny-Treffs in Hersbruck Am 23. September startete der neue Teeny-Treff in Hersbruck. Das bunte Programm geht bis Weihnachten. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter freuen sich auf möglichst viele Teenys, die mitmachen und sich einladen lassen. Es sind: Kathrin Paschabeh, Charlotte Ebinger, Markus Ebinger und Manfred Müller. Wir wollen den Jugendlichen ein Programmangebot machen, das neben einigen Höhe-punkten auch Platz lässt für Glaubensfragen und für ein Miteinander in der Gemeinde. Was wir vor allem brauchen, ist die Unterstützung im Gebet und die Unterstützung der Eltern beim Einplanen der Termine. Teenies, die noch nicht dabei waren, sind uns jederzeit willkommen. Markus Ebinger Serbien: Christuskirche in Vrbas neu eröffnet Am Sonntag, dem 11. September 2005, wurde die wiederhergestellte Christuskirche in Vrbas neu eröffnet. Rund 60 Jahre sind vergangen, seit die deutschen Siedler, welche in dieser Evangelisch-methodistischen Kirche ein- und ausgingen, die Stadt fluchtartig verlassen mussten. Das war 1944, als die russischen Truppen sich der Stadt nähherten. Seither war die Kirche verlassen und auch sehr baufällig geworden. Mit der Hilfe von ehemaligen Vrbassern, welche heute über den ganzen Globus verstreut sind, wurde die Kirche wiederhergestellt. 400 Menschen sind zur Wiedereröffnung gekommen, davon etwa 50 Gäste aus dem Ausland. Der Anlass wurde zusammen mit den Einheimischen und den Gästen aus aller Welt ein richtiges Versöhnungsfest! Mit vielen Zeugnissen der ehemaligen Kir-chenglieder durfte ein Stück Geschichte aufgearbeitet werden. Der Stadtpräsident von Vrbas hatte alle Ehemaligen und andere Gäste am Samstagabend zu einer Begegnung eingeladen. Der Minister für Kultur hatte auch an den Feierlichkeiten teilgenommen. Als vor wenigen Jahren in Vrbas eine neue, mehrheitlich serbische Gemeinde entstand, wagte kaum jemand zu hoffen, dass die Evangelisch-methodistische Kirche in der Woiwodina die Kraft und die Mittel finden könnte, die Kirchenruine mit den zwei großen Türmen wieder instand zu stellen. Aber das unerwartete wurde auf wundersamen Wegen und dank dem persönlichen Einsatz vieler möglich. Die Christuskirche ist das größte historische Kirchengebäude der EMK in Südosteuropa. Mit dem Namen "Christuskirche" wird ausgesprochen, dass in dieser Kirche alle willkommen sind: Serben, Slowaken, Ungaren, Deutsche, einfach alle. Wo Christus in der Mitte ist, können sich Menschen vergeben und sich gegenseitig annehmen. Quelle: Heinrich Bolleter, Bischof der Evangelisch-methodistischen Kirche von Mittel- und Suedeuropa WIR BLICKEN NACH VORNE AREF auf Sendung Auf UKW 92,9 können Sie an folgenden Tagen unser AREF-Team hören (immer sonntags zwischen 10 und 12 Uhr): 9.10. und 13.11. An allen anderen Sonn- und Feiertagen ist AREF natürlich ebenfalls auf Sendung! Kinderfreizeit Bis zum Erscheinen des Gemeindebriefes sind die Plätze für die Hersbrucker Kinder- und Jungscharfreizeit längst voll belegt. Vom 14. Bis 16. Oktober fahren wir nach Untersteinbach bei Naila. Die, die schon mal dabei waren wissen, dass es wieder spannend wird. Biblische Geschichten, Geländespiel und vieles mehr wird von den Mitar-beitern geboten. Der Apostel Paulus wird uns begleiten und wir erleben einige Geschichten aus seinem Leben. Außerdem feiern wir am Samstag ein fröhliches Fest. Als Mitarbeiter sind dabei: Anna Pflaum, Jana Maul, Teresa Bauriedel, Harry Schmidt, Renate und Bernd Bohne, sowie Markus Ebinger. "Wo der Glaube am meisten kostet" Themenabend der Evangelischen Allianz Hersbruck Am Samstag, 5. November, findet um 20.00 Uhr in Hersbruck ein Themenabend in der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde (Mühlstr. 21) statt. Der Referent Peter Siemens vom internationalen Missionswerk "Offene Grenzen" gibt mit Bildern Einblcke in die Situation verfolgter Christen und einen Überblick über das Geschehen von Christenverfolgungen weltweit. Veranstalterin ist die Evangelische Allianz Hersbruck. Glaubenskurs "Jesus nachfolgen" in Hersbruck Dieses Jahr laden wir in Hersbruck zum Kurs "Mit der Bibel leben" ein. Er ist Teil des vierteiligen Glaubenskurses "Jesus nachfolgen". Der Kurs will Wege und Möglichkeiten zeigen, wie man heute den Alltag mit den Texten und Anliegen der Bibel gestalten kann. Der Kurs ist offen für alle Interessierten, egal ob mit viel oder wenig Bibelwis-sen. Nach dem Alpha-Kurs im Frühjahr ist der Kurs sozusagen der Beta-Kurs. Die vier Abende beginnen jeweils mit einem kleinen Abendessen. Wir treffen uns immer mittwochs. Start ist am 9. November. Letzter Abend ist am 30. November. Anmelden kann man sich bis zum 30. Ok-tober bei Markus Ebinger. Auswertung zur Abendmahlsfeier in der Paulusgemeinde Nach dem Gottesdienst am 6. November laden wir herzlich während des Kirchenkaffees zu einer Auswertungsrunde zur veränderten Abendmahlsfeier ein. Eindrücke und Anregungen sollen gesammelt werden, damit die zuständigen Gremien der Gemeinde auf einer fundierten Grundlage entscheiden können. Ökumenischer Gottesdienst zum Buß- und Bettag Am 16. November um 18 Uhr findet in der ev.-luth. Kirche St. Markus wieder ein ökumenischer Gottesdienst der Nürnberger Südstadt-Gemeinden statt. Herzliche Einladung dazu. Chorprojekt für Weihnachten Ab 23. November übt der Chor der Paulusgemeinde wieder regelmäßig Mittwoch abends um 19.30 Uhr. Denn wir wollen uns auf die Advents- und Weihnachtszeit vorbereiten, besonders auf die Christvesper, die wir mit Chor und Instrumenten musikalisch gestalten wollen. Alle, die gerne singen und musizieren, sind herzlich zum Mitmachen eingeladen. "Wandlung" – das diesjährige Thema der Adventsbesinnungen in der Paulusgemeinde Die Adventsbesinnungen laden ein, sich mit der eigenen Vorfreude auf die Geburt Christi und das Weihnachtsfest einzustimmen. Neben der Hektik die-ser Tage sich bewusst für einen Moment hinzusetzen und zur Ruhe zu gelangen, Kraft zu schöpfen, sich einzulassen auf fremde und eigene Gedanken – dazwischen Lieder singen und sich tragen lassen von der Stille und dem gemeinsamen Beten. In diesem Jahr lautet das Thema "Wandlung". Was geschieht an Weihnachten? Oder: was geschieht zu Weihnachten? Welche Ver-Wandlung mache ich durch? Wie ist das mit der Weihnachtsgeschichte: wie ist da dieses Wort zu verstehen, was hat es bewirkt bei den Menschen, was löst es bei mir aus? Ein weiter Bogen kann gespannt werden – und doch scheint der Kreis um Wandlung nicht weit auszuholen. Und im Sinne der Wortsinnierung: Wandlung und Wanderung. Mich auf den Weg machen, unterwegs sein mit einer Offenheit im Herzen um bereit zu sein für die Annahme eigener neuer Gedanken zur Weihnachtszeit. Eine herzliche Einladung zu diesen Adventsbesinnungen. Madeleine Weishaupt Termine: samstags, jeweils um 16.30 Uhr Einsingen, Beginn 17 Uhr 3.12. / 10.12. / 17.12. mit Kinderbetreuung Klaus & Arabella wieder in Nürnberg Am Samstag, 14. Januar um 15 Uhr werden sie wieder bei uns zu Gast sein: Klaus und Arabella, das tolle Liedermacher-Duo mit seinem Kinder-mit-mach-Konzert. Unbedingt vormerken, diesen Termin! Der Zeitgeist am Ende Gesellschaftlicher Wandel beim Umgang mit Tod, Sterben und Totengedenken Die Zeiten wandeln sich, und mit der Einstellung zum Leben ändert sich auch die Haltung zu Tod und Sterben. Das kann ei-nen als Christen schon irritieren, denn das Begräbnis war noch eines der letzten Gebiete, in dem die Kirche fast das Monopol hatte. Andererseits ist dieser Wandel nicht sehr verwunderlich und es lassen sich eine Vielzahl von Gründen dafür einsehen. Die vormals festgefügten konfessionellen Milieus haben sich zunehmend aufgelöst. Das kirchliche Leben prägt weniger unseren Alltag und unsere Feste, die Konfessionszugehörigkeit wird weniger wichtig, und viele kehren der Kirche überhaupt den Rücken. Zudem halten die Menschen unserer Zeit immer weniger von allgemeinen Regeln und Modezwängen. Man versucht zunehmend auf eigene Faust selig zu werden. Auch spielt beim Wandel das Geld eine Rolle. Eine Feuerbestattung ist bei dem knappen Raum unserer Städte nun einmal deutlich billiger als eine Erdbestattung. Und wenn man auf ein eigenes Grab verzichtet, dann lässt sich auch Geld sparen. Einige Gründe gehören der Vergangenheit an. Dazu gehören heftige antikirchliche Vorstöße, beispielsweise in der Anfangszeit der Feuerbestattung; aber auch die politischen Versuche in der DDR, die Kirche einzuschränken. Andere Ursachen wirken weiter. So ist der Umgang mit Tod, Beerdigung und Totengedächtnis ein Spiegel des gesellschaftlichen Wandels, der durchaus Vor- und Nachteile hat. Hier werden sowohl Verlust, aber auch Befreiung wahrgenommen. Die Haupttendenz ist: es wird immer vielfältiger. Beispielsweise reicht der Umgang mit Tod und Sterben von Verdrängung bis hin zu intensiver Auseinandersetzung. Am erschreckendsten sind für uns wohl die Fälle, wo die Leiche einfach nur noch "entsorgt" wird. Auch wenn kirchliche Feiern ihr Monopol und ihre Selbstverständlichkeit verlieren, sie bestimmen nach wie vor das Feld: 80% der Trauerfeiern in Nürnberg werden kirchlich gestaltet. Trotz aller Beobachtungen von Wandel vermitteln diese Feiern eine Kontinuität, die auch von den Trauernden erwartet wird. Der Unsicherheit im Umgang mit Sterben und Tod entspricht der Wunsch nach Begleitung und Hilfe. Die Kirche tut gut daran, sich den neuen Erwartungen zu öffnen, aber auch ihre ureigensten Botschaften auch an dieser "Le-benswende" immer wieder in Erinnerung zu bringen. Dazu zählt, das mit Sterben und Tod die Würde des Menschen nicht verloren geht. Der Mensch wird im Tod nicht zum Ding, das entsorgt wird. Seine individuelle Lebensgeschichte bleibt über den Zeitpunkt des Todes hinaus bedeutsam und ist erzählenswert. Und wir dürfen daran glauben, dass der irdische Tod nicht das letzte Wort hat, dass er nicht das Ende sondern ein Übergang ist. Christen dürfen sich immer wieder an die Worte des Glaubensbekenntnisses erinnern: "Ich glaube ... an die Auferstehung und das ewige Leben". Der gesellschaftliche Wandel mag Formen ändern, aber diese Inhalte werden bleiben. "Wenn Jesus - und das ist unser Glaube - gestorben und auferstanden ist, dann wird Gott durch Jesus auch die Verstor-benen zusammen mit ihm zur Herrlichkeit führen." (1. Thess 4,14) Dieter Wollscheid, Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in Nürnberg Herzliche Grüße und Gottes Segen Ihre Ulrich Ziegler, Markus Ebinger und Anette Obergfell.
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| last update: | brf_0509.htm / 26.12.2005 |
| content by: | Ulrich F. Ziegler |
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