Evangelisch-methodistische Kirche
Bezirk Nürnberg - Paulusgemeinde

Gemeindebrief online - Januar 2004

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Er hat seinen Engeln befohlen, dass sie dich behüten auf allen deinen Wegen.
Psalm 91,11

Dieser Vers aus dem 91. Psalm weckt bei mir gute Gefühle. Denn ich kenne ihn durch die Vertonung von Felix Mendelssohn-Bartholdy. Dieses berührende Chorwerk haben wir in meiner Heimatgemeinde im Chor gesungen. Und ich habe damals über die Musik einen Zugang zur biblischen Botschaft der Psalmen gewonnen. In einzigartiger Weise vermittelt die Motette Mendelssohns etwas von der tiefen Ruhe und Geborgenheit unter Gottes Schutz. Diese Musik ist die Sprache der Engel. Die Beterinnen und Beter des Psalms bekannten Gott ihre Zuversicht und ihr Vertrauen in den Gefahren des Lebens. Gottes Engel behüten sie auf allen Wegen, tragen sie auf Händen über unwegsames Gelände und geleiten sie durch bedrohliche Situationen. Dabei werden Gottes Engel nicht auf die weihnachtlichen Rauschgoldengel reduziert - schön anzusehen, lockiges Haar, blond, mit Flügeln. Diese Engel sind Boten, die Gottes Auftrag und seine Befehle aus-führen. In unserer Erfahrung gewinnen sie Gestalt durch Menschen, die sich als Werk-zeuge Gottes gebrauchen lassen. Mir sind schon oft Menschen zu Boten Gottes geworden, die genau das Richtige gesagt oder getan haben. Die Boten Gottes wirken oft im Verborgenen. Meist erkennen wir es erst im Nachhinein, dass sie am Werk waren. Zweierlei ist darum wichtig. Einerseits dürfen wir uns von Gott als seine Boten senden und gebrauchen lassen. Wo kann ich heute Gottes Botin oder Bote sein? Andererseits dürfen wir darauf vertrauen, dass Gott uns durch seine Botinnen und Boten beschützt. Das geschieht nicht immer so, wie wir es uns vorstellen. Doch getragen von Gottes Engeln durchschreiten wir manche Gefahr getrost. Wo ist das in den vergangenen Tagen geschehen? Seinen Engeln befohlen,

Ihr/Euer Markus Ebinger


AUS KIRCHE UND GEMEINDE

Dankeschön ...

sage ich allen, die sich in der seit vier Jahren stattfindenden Adventsbesinnung in der Paulusgemeinde mit einbringen. Ohne musikalische Begleitung und ohne Kinderbetreuung wäre die Reihe für mich sozusagen nur ein halbes Angebot. Obwohl im vergangenen Advent sehr wenige kamen bzw. kommen konnten - ich freue mich über diese Begegnungen, das Vorbereiten und Durchführen. Für dieses Jahr plane ich wieder drei Adventsbesinnungen anzubieten, das Thema oder die Themen werde ich im Sommer auswählen. Und dann werde ich im Verlaufe des Herbstes wieder nachfragen - können Sie, kannst du mitmachen? Vielleicht haben Sie oder hast du Lust, sich / dich mit einzubringen? Es würde mich freuen.
Madeleine Weishaupt

Einer trage des anderen Last

Diesem Gemeindebrief liegt wieder ein Spendenkuvert der Aktion "Einer trage des anderen Last" bei. Mit dieser Aktion un-terstützen wir die Gemeinden im Osten Deutschlands.


Monatsbeiträge und Umlage

Im ersten Gemeindebrief eines neuen Jahres konnten Sie bisher erfahren, mit welcher Summe unser Bezirk bei der sogenannten Umlage, also den Personal- und Sachkosten unserer Kirche, dabei ist. Ab diesem Jahr wird das anders. Die Umlage errechnet sich neu aus den Zahlen des Vorjahres, also aus denen von 2003 (bisher aus dem vorvergangenen Jahr, also 2002). Die neuen Zahlen kommen erst im Laufe des Jahres. Wir werden Sie dann wieder darauf hinweisen. Es tut unseren Finanzen natürlich auch jetzt schon gut, wenn Sie Ihren Beitrag entsprechend anpassen können.

 

WIR BLICKEN NACH VORNE

AREF auf Sendung

Auf UKW 92,9 können Sie an folgenden Tagen unser AREF-Team hören (immer sonntags zwischen 10 und 12 Uhr): 22.02., 28.03. und 09.04.

Die "neue" Pauluskirche 1954

Der Gemeindebrief" (GB) im Gespräch mit Pastor i.R. Paul Nollenberger (PN), der von 1952-1955 Pastor an der Paulusgemeinde war.

GB: Weshalb wurde in der Südstadt die neue Pauluskirche gebaut?
PN: Das Grundstück in der Altstadt, auf dem die im Krieg zerstörte Pauluskapelle stand, war nur 190 qm groß. Außerdem sah die Planung der Stadt vor, dass die ganze Gegend verändert wird. Man hatte also keine Möglichkeit mehr, dort zu bauen. Hier in der Südstadt stand ein größeres Gelände zur Verfügung, auf dem einmal die Friedenskapelle stand. Zuerst erstellt man die Holzkirche, dann später das Gemeindezentrum, was sich auch sehr bewährt hat.
GB: Der Bau hatte auch Konsequenzen für die Bezirksarbeit. Welche?
PN: Der Schwerpunkt wurde in den Süden der Stadt verlagert. Ein Problem war, dass alle Mittel des Bezirkes für den Neubau eingesetzt wurden. Ich habe es erlitten, dass die Pegnitztalgemeinden darunter zu leiden hatten. Die Gemeindeschwester wurde von dort abgezogen. Es wurde auch abgelehnt, dass ich nach Hersbruck oder Pommels-brunn gezogen wäre, um dort eine Bezirksarbeit zu beginnen.
GB: Von außen sieht unser Bau überhaupt nicht aus wie eine Kirche, sondern passt sich in die Wohnblocks ein. War das so geplant?
PN: Zunächst wollten wir nur ein einstöckiges Gebäude hinstellen. Die Stadt hat dann Einspruch erhoben und verlangt, dass die riesige Baulücke durch ein fünfstöckiges Gebäude geschlossen wird.
GB: Bei unseren Kirchenbauten werden normalerweise auch viele Eigenleistungen erbracht. Was war hier möglich?
PN: Es war kaum etwas möglich. Der ganze Bau wurde an eine Firma vergeben. Ich selber habe einiges mitgemacht, zum Beispiel nachmittags geschippt. Eigenleistung war damals eigentlich nicht gefragt.
GB: Was hatte der Bau insgesamt gekostet?
PN:Etwa 400.000 DM. Allein die Decke auf dem Kirchenraum, die noch drei Stockwerke darüber tragen musste, kam auf 40.000 DM. Das war damals viel Geld.
GB: Beim Einweihungsgottesdienst waren Hunderte von Menschen dabei, die nicht mal alle Platz fanden. Wo kamen die alle her?
PN: Es war natürlich ein großes Erlebnis, auch für die Südstadt hier. Die Nachbargemeinden waren gut vertreten. In der Nachkriegszeit waren die Menschen dem Evangelium gegenüber auch aufgeschlossener als heute.
GB: Vielen Dank für das Gespräch!

Jubiläumschor

Am Mittwoch, 4.2., und am Don-nerstag, 12.2., jeweils um 19.30 Uhr, trifft sich der Chor, um für das Jubiläum zu üben. Herzliche Einladung!!


Seminar "Gottesdienst als Feier der Gemeinde" mit Pastor Joachim Georg in der Paulusgemeinde

Am Samstag, 28. Februar wird Joachim Georg, Pastor in Esslingen, bei uns zu Gast sein. Von 15.00 bis 19.00 Uhr erläutert er die Hintergründe unseres Gottesdienstes. Praktische Tipps und Übungen zur Gestaltung (Lesung, Zusammenspiel von Musik und Text und vieles mehr) schließen sich an. Schließlich wenden wir uns der Gestaltung des Gottesdienstes am nächsten Tag zu, den Joachim Georg hält. Eingeladen sind alle, die am Gottesdienst (auch gelegentlich) mitwirken..

Bezirkskonferenz am 3. März

Die nächste BK tagt am 3.3. ab 19 Uhr in der Paulusgemeinde. Wichtigster Tagesordnungspunkt neben dem Haushaltabschluss und den Berichten der Hauptamtlichen wird die anstehende Empfehlung von Anette Obergfell zur Ordination und Aufnahme in die Jährliche Konferenz sein.

5. März 2004: Weltgebetstag Liturgie aus Panama

Im Glauben gestalten Frauen Zukunft Panama - die einen denken dabei an Janoschs Kinderbuch "Oh, wie schön ist Panama", die anderen an den berühmten Panamakanal. Die Verfasserinnen der Weltgebetstagsliturgie stellen uns Panama als den "Mittelpunkt der Welt" und das "Herz des Universums" vor. Panama lebte, lebt und litt als Brückenland. Es liegt zwischen Mittel- und Südamerika, zwischen Pazifik und Atlantik und verbindet Erdteile und Ozeane seit knapp 100 Jahren durch den Panamakanal miteinander. Heute leben etwa 2,9 Millionen Menschen in dem Land, das etwas größer ist als Bayern. Sie sprechen Spanisch oder Englisch oder eine der vielen kleinen Sprachen, die zu den acht Prozent indigener Bevölkerung gehören, die seit der Zeit der Konquistadoren noch übrig sind. Panama ist ein überwiegend katholisches Land, am Weltgebetstag wirken aber besonders auch viele Protestantinnen unterschiedlicher Prägung mit. Gemeinsam stellen sie sich der Herausforderung: Im Glauben gestalten Frauen Zukunft. Sie erinnern an die ermutigende, aber kaum bekannte Geschichte von den fünf Töchtern des Zelofhad (4. Buch Mose), die mit Gottes Hilfe durchsetzen, dass sie das Land ihres Vaters erben dürfen und damit Rechtsgeschichte schreiben. Sie berufen sich auf Maria von Magdala - eine Frau - von Gott so ernst genommen, dass er ihr anvertraut hat, die Zentralbotschaft der Christenheit, die Auferstehung Christi, "unter die Leute zu bringen". Und sie erinnern mit Paulus daran, dass wir diesen Schatz des Evangeliums nur in zerbrechlichen Gefäßen tragen. Aber so wie Paulus, der sich selbst in seiner Krankheit als ein zerbrechliches Gefäß verstand, sich nicht daran hindern ließ, sein Apostelamt zu erfüllen, so sollen Frauen nicht mehr sagen können, sie seien zu schwach und zu unbedeutend, um als Christinnen Zukunft zu gestalten.


Jugendkreisfreizeit

Vom 5. bis 7. März gönnt sich der Jugendkreis ein freies Wochenende in Müncherlbach. Dazu sind alle Jugendlichen aus der Paulusgemeinde und aus Hersbruck ganz herzlich eingeladen. Weitere Infos und Anmeldungen über Anette Obergfell


Gemeindevorstand Paulusgemeinde
Die nächste Sitzung findet am 11. März ab 19.30 Uhr zusammen mit den Teams der Kinder- und Jugendarbeit statt.


Abendmahl - trennend und verbindend

Drei Abende gestalten Methodisten, Lutheraner und Katholiken aus der Nürnberger Süd-stadt gemeinsam. Im ersten Teil findet eine Abendmahlsfeier nach der jeweiligen Tradition statt. Im zweiten Teil erfahren Sie dazu Hintergründe und es schließt sich ein Gespräch über das jeweilige Abendmahlsverständnis an.
Dienstag, 23. März, 19.30 Uhr
Paulusgemeinde (methodistisch)
Mittwoch, 24. März, 19.30 Uhr
St. Markus (evang.-lutherisch)
Donnerstag, 25. März, 19.30 Uhr
St. Ludwig (römisch-katholisch)


Nachmittag der Begegnung

Der nächste Nachmittag, an dem Menschen aus osteuropäischen Ländern und aus der Paulusgemeinde zusammentreffen, findet am Sonntag, 28. März um 15 Uhr statt.


Karwoche und Ostern in der Paulusgemeinde

Dienstag, 06.04.04: 19.30 Uhr Passionsandacht
Mittwoch, 07.0404: 19.30 Uhr Passionsandacht
Donnerstag - Gründonnerstag, 08.04.04: 19.30 Uhr Passaabend
Freitag - Karfreitag, 09.04.04: 9.30 Uhr Gottesdienst mit Feier des Abendmahls
Sonntag - Ostern, 11.0404: 6.15 Uhr Osterspaziergang am Schmausenbuck mit Andacht, 8.00 Uhr Osterfrühstück, 9.30 Uhr Osterfestgottesdienst


Bibelabende mit der Christuskirche

Vom 20.-23. April finden wieder gemeinsame Bibelabende mit dem Blauen Kreuz und der Christuskirche in den Räumen der Christuskirche statt.


475 Jahre Protestantismus
"Abweichler" läuteten die Geburtsstunde ein


Speyer, im Jahr 1529: Unter den Fürsten, die sich in der Domstadt zum Reichstag versammelt haben, ist die Stimmung alles andere als gut. Mehr noch - die von überall her auf beschwerlichen Wegen angereisten Gäste sind in zwei konfessionelle Lager gespalten, in ein katholisches und ein evangelisches.
Die Dispute über Gewissensfreiheit und Religionsbestimmung, Glaubensentscheidung, Einfluss und Macht, angestoßen vom Reformator Martin Luther, gipfeln auf diesem zweiten Speyerer Reichstag in einer Protestnote - gerichtet an die Stände der altgläubigen Mehrheit. Die Evangelischen wollten sich von der katholischen Mehrheit nicht verbieten lassen, im Sinne Martin Luthers Missstände in der Kirche anzuprangern. Der 19. April 1529 gilt daher als der Geburtstag des Protestantismus.
Tatsächlich war der vor 475 Jahren von fünf Fürsten (Kurfürst Johann von Sachsen, Markgraf Georg von Brandenburg, Herzog Ernst von Braunschweig-Lüneburg, Landgraf Philipp von Hessen und Fürst Wolf zu Anhalt) und 14 Städten (Straßburg, Augsburg, Ulm, Kon-stanz, Lindau, Memmingen, Kempten, Nördlingen, Heilbronn, Reutlingen, Isny, St. Gallen, Weißenburg und Windsheim) mitgetragene Protest ein bis dato einmaliger Fall.
"Wir haben uns einmütiglich verglichen und einander in guten, wahren Treuen zugesagt und versprochen, dass keiner vom geistlichen oder weltlichen Stande den anderen des Glaubens halber vergewaltigen, dringen oder überziehen soll", schworen sich die "Abweichler" auf Widerstand ein.
Ein Satz mit großer Tragweite, denn damit bekannten sie sich zur Freiheit des Gewissens, traten - acht Jahre nach dem Wormser Edikt, das Martin Luther zum Ketzer erklärt hatte - entschlossen für das Evangelium ein. Die Protestation im Jahre 1529 stand am Anfang der politischen Durchsetzung der religiösen Toleranz in Deutschland.
Sie ist, so der pfälzische Kirchenpräsident Eberhard Cherdron, heute wieder ein Thema. Das Kreuz im Klassenzimmer oder das Kopftuch einer Lehrerin lassen danach fragen: Was heißt Freiheit des religiösen Bekenntnisses?
Infos: www.protestantisch2004.de
Christine Keßler-Papin


Freizeitheim Müncherlbach

Termine zum Vormerken sind: 24.3.04 Arbeitseinsatz 26.3.04 Großputz

 

last update: brf_0401.htm / 26.12.2005
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