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"Gott
spricht: Ich will das Verlorene wieder suchen und das Verirrte zurückbringen
und das Verwundete verbinden und das Schwache stärken und, was fett
und stark ist, behüten; ich will sie weiden, wie es recht ist."
Hesekiel
34,16
Liebe Leserin, lieber
Leser!
"Wir
sind in Gottes Hand"
In diesen Wochen gelingt es nur schwer, die Bilder vom 11. September diesen
Jahres zu verdrängen. Menschen stehen zusammen, und an vielen Orten
scheint es nur ein Thema zu geben. Wir werden uns bewusst, wie wenig friedlicher
das menschliche Zusammenleben geworden ist. Ende November stehen wir nicht
nur vor den Gedenktafeln an die Opfer der beiden Weltkriege und des Holocaust
im vergangenen Jahrhundert, sondern auch vor dem tausendfachen Leid, das
skrupellose Menschen in New York angerichtet haben. "Die Welt wird
sich verändern," so sagen viele. Aber eigentlich müsste
man doch sagen: "Die Welt wird sich wieder einmal verändern."
Wie eine Herde verlorener, verirr-ter, verwundeter und geschwächter
Schafe - damit vergleicht die Bibel den Menschen angesichts der geschichtlichen
Katastrophen. Und was braucht eine hilflos gewordene Herde mehr als einen
Hirten?
Gott spricht: Ich will das Verlorene wieder suchen und das Verirrte zurückbringen
und das Verwundete verbinden und das Schwache stärken und, was fett
und stark ist, behüten; ich will sie weiden, wie es recht ist. (Hesekiel
34,16)
Gott spricht in diesem Kapitel gegen die hilflosen Hirten des Volkes Israel.
Er selbst werde sich seiner Herde annehmen und ihnen einen gerechten Hirten
erwecken. Die "verlorenen Schafe" sind Gott nicht egal. Er selbst
macht sich auf den Weg und sucht sie. Das Gleichnis vom "verlorenen
Schaf" in Lukas 15,1-7 bringt das auf den Punkt. Gott sucht jeden
von uns, egal ober er arm oder reich ist, krank oder gesund, attraktiv
oder ein Mauerblümchen, zickig oder langweilig - Gott sucht alle.
Gott bringt die "verirrten Schafe" zurück. Selbst die,
die offenen Auges aus der Herde ausgebrochen sind - weil andere Weiden
scheinbar attraktiver waren - selbst sie werden von Gott nicht aus den
Augen gelassen. Wird er auch die Terroristen zurückbringen und ihnen
klar ma-chen, was sie mit ihrem Hass an-richten? Gott verbindet die "ver-wundeten
Schafe". Die hilflosen Hirten hatten sich an deren Verlet-zungen
nur bereichert. Allein Gott kann die Wunden der Katastro-phenopfer heilen.
Auch unsere Wunden und Verletzungen brauchen Gottes heilende Kraft. Vertrauen
wir darauf, dass er auch unsere tiefsten Verletzungen heilen kann?
Die Herde Gottes besteht nicht nur aus weggelaufenen, verirrten und verwundeten
Schafen. Auch die "fetten und starken Schafe" behütet er.
In Gottes Herde gibt es viele Schafe, die mit Gott leben und deren Vertrauen
in ihn mit der Zeit gewachsen ist. Ihr Glaube hält auch der Todesangst
stand. Gott ist sei-ner aufgescheuchten Herde in Jesus nahe und spricht
zu uns: "Hör auf, dich zu quälen. Vertraue mir, dem guten
Hirten!" Der gute und ge-rechte Hirte ist der Nachkomme aus dem Haus
Davids (Hes 34,23). Jesus selbst hat die Verlorenheit und menschliches
Leid am Kreuz erlitten. Er kann auch unseren aufgescheuchten Zustand ermessen.
Wagen wir es in diesen Tagen, Gott zu vertrauen. Dann werden wir nicht
ins Bodenlose fallen, sondern in seine Hand. Beten wir im Vertrauen zum
guten Hirten, dass Vergebung und nicht sinnlose Vergeltung die Hirten
dieser Welt leiten möge.
Markus Ebinger
AUS KIRCHE UND GEMEINDE
EmK
- Missionsssammlung
Mit dem beiliegenden
Kuvert bzw. dem darin liegenden Betrag können Sie die Arbeit unserer
Weltmission unterstützen. In einer Reihe von Ländern arbeiten
Leute aus Deutschland bei unserer Partnerkirche. Über Projekte informieren
regelmäßige Rundschreiben, die in den Gemeinden ausliegen.
Gottes Wort
will uns
auch durch das Jahr 2002 begleiten. Eine Hilfe dazu sind An-dachtskalender
und Losungen.
Christliche Kalender sind besonders geeignet zum Weitergeben. Auch das
kann ein missionarisches Zei-chen sein.
An unseren Büchertischen können Sie jetzt wieder die angegebenen
und bewährten Kalender und viele andere darüber hinaus erwerben:
"Wort
für heute",
Abreißkalender: DM 13,40
Losungen
der Brüdergemeine
kartoniert: DM 6,90
Großdruck kartoniert: DM 8,90
"Termine
mit Gott": DM 7,90
"Mit der Bibel durch
das Jahr": DM 16,90
Liebe Paulusgemeinde,
Pivnice, den
6.9.2001
Fast eine Woche sind wir nun schon in der Vojvodina und so einige Erlebnisse
liegen hinter uns, an denen wir Euch gern teilhaben lassen wollen.
Die Fahrt hierher verlief problemlos, und auch unsere Sachen sind problemlos
über alle Grenzen gekommen. Am Novi Sad`er Zollhof gab es einige
Schwierigkeiten. Man stellte uns in Aussicht, den gesamten Inhalt des
Lastwagens in ein Lager ausladen zu müssen, wo es dann kontrolliert
werden würde. Die Konsequenzen wären nicht nur viel Arbeit,
sondern Gebühren für die Lagerung unserer Sachen, und der Lastwagen
würde wegfahren. Eine Nacht blieben erst mal unsere Sachen plus Lastwagen
auf dem Zollhof.
Am nächsten Tag kam alles anders. Ein anderer Zollbeamte als am Vor-tag
hatte Dienst und 50 DM Schmiergeld genügten, dass er nur eine kurzen
Blick in den Lastwagen warf und sagte: "Fahrt schnell weg!"
Auf dem Balkan ist alles möglich oder auch nichts.
Jetzt sind unsere Sachen in Pivnice, und wir sind Gott sehr dankbar, dass
er uns und unsere Sachen beschützt in Jugoslawien hat ankommen las-sen.
Gestern haben wir uns einen Herd und Kühlschrank gekauft und natürlich
dabei an Euch gedacht. Vielen, vielen Dank noch mal für Eure Un-terstützung.
Am Montag werden dann noch die Spüle und Schränke eingebaut,
so dass wir dann die Küche nutzen können.
Ich denke, in einer Woche wird dann alles an seinem Platz stehen. Am Haus
müssen noch einige Kleinigkeiten repariert werden, z.B. eine heute
abgefallene Balkontür wieder befestigen, die Fenster abdichten...
Manches am Haus kann man nicht ändern, z.B. das gelbe Wasser aus
den Leitungen. Das war vielleicht ein Schock für mich. Inzwischen
haben mich viele beruhigt: Das ist staatlich geprüftes, sehr gutes
Was-ser. Die Farbe und auch der Geruch sind eben gewöhnungsbedürftig.
Die Leute lachen über meine Befürchtungen, aber auf liebe Art.
An so manches werden wir uns gewöhnen müssen, z.B. dass es hier
keine Müllabfuhr, geschweige denn Mülltrennung gibt, und jeder
seinen Müll selbst wegbringen muss.
Bei Behördengängen muss man viel Geduld haben, wird von einer
Stelle an die andere geschickt oder bekommt je nach Beamten unterschiedliche
Auskünfte.
Wenn man hier durch die Dörfer fährt, kann man oft gar nicht
glauben, in welchen Behausungen hier einige Leute leben müssen. Die
Häuserwände sind schief, faulig und dreckig und rund ums Haus
ist ein reines Durcheinander an Holz, Bauschutt, Wäsche u.a. Da sind
wir wirklich dankbar, in einem so schönen Haus wohnen zu können.
Aber es gibt hier natürlich auch sehr schöne Häuser, neue
Häuser und es wird auch verstärkt gebaut.
Als wir auf dem Weg nach Jugoslawien waren, ging es mir nicht gut und
manchmal weiß ich nicht, ob es mir jetzt besser geht. Was soll ich
sagen: Ich lebe, ich erzähle soweit es eben mit der Sprache geht,
ich lache, wenn jemand einen Witz erzählt, ich spiele mit Emma und
freue mich an ihr... Aber diese "Alltäglichkeiten" kosten
mir irgendwie viel Kraft. Ich versuche, ruhig zu bleiben, möchte
nicht unbedingt ausführlich auf die Frage der anderen antworten:
"Wie geht es Dir?" Alle sind ganz nett und sorgen sich um mich,
um uns. Emma ist für alle eine Freude.
Von Mihal`s Vater habe ich gleich am ersten Tag Holzpantinen be-kommen.
Ich dachte: jetzt fehlt nur noch Kopftuch, Rock und Fahrrad und ich bin
komplett. Mihal`s Mutti erzählte mir, dass viele Menschen sehr viel
für mich beten, dass ich mich hier einleben werde u.s.w.
Einerseits bin ich dankbar dafür, aber andererseits ist diese Erwartung,
diese Hoffnung der anderen, dass "schon alles gut hier wird",
wie eine Schlinge um meinen Hals. Was, wenn eben "nicht alles gut
wird" ? Vielleicht bin ich ungerecht, ich weiß es nicht. Wir
denken sehr oft an Euch und sind dankbar für die schöne Zeit
in Nürnberg.
Manchmal schließe ich die Augen und dann laufe ich durch die Straßen
von Nürnberg, gehe in die Wattstra-ße, in unsere Wohnung, treffe
je-manden im Haus, höre die Kinder im Haus oder den Posaunenchor
am Freitagabend oder die Orgel am Sonntagmorgen. Jemand von Euch ruft
uns an oder besucht uns ...Und wenn ich das schreibe, kommen mir die Tränen.
Es fällt mir schwer, loszulassen.
Aber ich/wir freuen uns schon sehr, wenn viele von Euch (endlich!!) zu
Pfingsten kommen. Bis dahin freuen wir uns sehr, von Euch zu hören
und/oder zu lesen. Uns interessiert sehr, was in der Gemeinde so alles
geschieht und wie es Euch geht.
Bleibt beschützt und behütet und Gottes Segen für Euch.
In Verbundenheit
Eure Familie Hrcan
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